Studium in Wolfsburg

Wolfsburg - Die Autostadt, im Hintergrund das alles dominierende alte Kraftwerk.


Ich hatte mich also entschlossen, noch nicht ins Berufsleben einzusteigen, sondern zunächst die Freiheiten des Studiums kennen zu lernen. In welche Richtung es gehen sollte, stand auch einigermaßen fest (BWL), nur noch nicht, an welchem Standort. Bei meinen Recherchen fand ich drei interessante Studiengänge heraus:

BWL mit Vertiefung Automobilwirtschaft an der FH Nürtingen,
BWL/Automobilwirtschaft an der FH Braunschweig-Wolfenbüttel am Standort Wolfsburg sowie einen
sozialökonomischen nur dreijährigen Studiengang an der HWP Hamburg.

Ich bewarb mich bei allen dreien und zur Sicherheit noch für "normale" BWL an der FHTW in Berlin.
Letztendlich erhielt ich von allen eine Zusage, entschieden habe ich mich bekanntlich für Wolfsburg.

Die Entscheidung, in die Volkswagenstadt zu gehen, stieß in Köln natürlich auf Unverständnis. Mich hat es nicht gestört, Wolfsburg ist wirklich keine schöne Stadt, aber dafür klein und übersichtlich und verfügt über eine ausgezeichnete Verkehrsanbindung.
Erstaunlicherweise war die Wohnungssuche schwieriger als in Köln und das Preisniveau liegt nicht wesentlich darunter, aber der Zufall half mir auch hier eine schöne Wohnung am Stadtrand zu finden.

Pünktlich am 20. September 2002 begann dann das Studium und es macht noch immer sehr viel Spaß. In den ersten drei Semestern (Grundstudium) war zwar von meiner Vertiefung Automobilwirtschaft noch nicht sehr viel zu spüren (abgesehen vom Einführungsfach im dritten Semester); stattdessen ging es eher um die elementaren Grausamkeiten der Mathematik, Informatik, des Rechts und natürlich der BWL. Nach jedem Semester wurden (und werden auch weiterhin) alle sechs bis acht Fächer mit einer Klausur abgeschlossen. Das mündet zwar immer wieder in hektischer Lernerei während der Weihnachtsfeiertage (und im Mai/Juni), aber dafür ist der Stoff noch "frisch".
Den Lohn der Mühe - das Vordiplomszeugnis - hielt ich dann im März 2004 in den Händen, mit dem ich sehr zufrieden bin. Seitdem sind die Fächer noch interessanter - da spezialisierter - als vorher und die Gruppen kleiner. So lief auch das vierte Semester zu meiner großen Zufriedenheit ab.

Am 1. September 2004 fing ich dann mit meinem Praktikum bei reson - der Regionalen Entwicklungsagentur für Südostniedersachsen e.V. in Braunschweig - an. Warum reson? Nun, ich wollte mal etwas anderes machen, Bereiche kennenlernen, die nicht ausschließlich mit Automobilen zu tun haben. reson betreut zahlreiche ganz unterschiedliche Projekte, zum Beispiel in den Bereichen Bildung und Mobilität. Und mit Projektarbeit und Regionalentwicklung hatte ich mich vorher noch nicht so intensiv beschäftigt. Wer mich kennt, weiß, dass es so ganz ohne Bezug zum Thema Automobil natürlich auch nicht geht: Ich beschäftigte mich mit Biokraftstoffen in der Region. Dazu schrieb ich auch eine Studienarbeit und arbeitete mit dem Initiativkreis BioKraftstoffe und mit REBINA, dem Regionalen Bildungszentrum für Nachhaltigkeit, zusammen. Mitte Januar 2005 war das Praktikum und damit auch das fünfte Semester bereits beendet. Es hat mir sehr gut gefallen, da neben dem Thema auch das Arbeitsklima bei reson sehr gut war. Meine Studienarbeit ist fristgerecht am 28. Februar 2005 fertig geworden und von meinem Professor sehr gut bewertet worden. Was für eine Motivation!

Das sechste Semester - und damit vorletzte Theoriesemester - bot noch einmal genügend Herausforderungen, darunter interessante Fächer wie z. B. Automobilmarketing, Automobilproduktion und Recht in der Automobilwirtschaft und - zugegeben - eher uninteressante wie Ertragssteuern und Datenbanken. Es summierte sich allerdings auch zu acht Klausuren - und damit mehr als je zuvor. Da ich außerdem noch zwei Hausarbeiten schreiben musste und durch das vorherige Praxissemester (wo ich nicht lernen musste) ein kleines Motivationsproblem hatte, konzentrierte sich die Lernphase diesmal sehr stark auf den eigentlichen Klausurzeitraum. Da waren für manche Fächer nicht mehr als zwei Tage zur Vorbereitung vorhanden. Aber selbstverständlich verlief alles positiv...

in der Kaiserpfalz Goslar im Februar 2006 in Erfurt im Oktober 2005
(Foto: Projekt Region Braunschweig GmbH)


In meinen letzten Semesterferien legte ich dann erst einmal "Arbeitsurlaub" ein. Von Mitte Juli bis Anfang August 2005 arbeitete ich vier Wochen bei meinem früheren Ausbildungsbetrieb Volvo Car Germany in Köln - in der Einkaufsabteilung. Dazu ließ es sich nicht vermeiden, irgendwo vor Ort zu wohnen. Und da ich nicht viel Geld ausgeben wollte, wählte ich das Studentenwohnheim in Köln-Rodenkirchen. Vorteil dieser Lösung: Die Miete betrug nur 130 Euro und der morgendliche Arbeitsweg nur 15 min. Und außerdem konnte ich so einmal für kurze Zeit das Wohnheimleben ausprobieren. Im Nachhinein betrachtet war es gut, dass es nur so kurz war. Ich bin wohl zu verwöhnt. Dafür tröstete ich mich abends mit dem Anblick Rodenkirchens:



Am 1. September begann ich eine Tätigkeit als studentische Aushilfe in der Landesinitiative Telematik Niedersachsen. Bis Ende Februar 2006 war es meine Aufgabe, die Grundlagen für eine Unternehmensdatenbank für Niedersachsen zu legen.
Außerdem galt es, das jährliche Symposium des Initiativkreises "Neuer Wirtschaftszweig BioKraftstoffe" - in dem ich ehrenamtlich mitarbeite - vorzubereiten. Die äußerst gelungene Veranstaltung mit dem Titel "Nachwachsende Rohstoffe und Erneuerbare Energien" fand am 30. September 2005 im Mühlenmuseum Gifhorn statt. Einen Bericht darüber und die Beiträge der Referenten finden Sie auf der Homepage des Initiativkreises www.biokraftstoffe.info.

Das siebte Semester selbst setzte dann die zunehmende Praxisorientierung fort. Dazu nahm ich an zwei sehr interessanten Projekten zu den Themen "Serviceorientierung im Autohaus" und "Automobilzulieferstandort Wolfsburg" teil. Ersteres fand im Rahmen der Vorlesung "Automobilhandelsmarketing" bei Herrn Professor Hoffmeister statt. In einer Gruppe mit acht Studenten führten wir ein Kundenforum im Wolfsburger BMW Autohaus "Schubert Motors" durch. Dabei befragten wir ausgewählte Kunden nach Ihren Erfahrungen mit dem Kundendienst im Autohaus Schubert. In einer anschließenden Diskussionsrunde konnten die Kunden dann ausführlich ihre Eindrücke austauschen. Als Ergebnis legten wir im Dezember 2005 eine Hausarbeit mit den Stärken und Schwächen des Autohauses im Bereich Service und möglichen Handlungsoptionen vor. Sollten Sie an Details der Arbeit interessiert sein, setzen Sie sich bitte mit mir per E-Mail in Verbindung. Hier noch drei Fotos vom Kundenforum:



Das zweite Projekt wurde von Herrn Professor Seeba in Zusammenarbeit mit der Wolfsburg AG durchgeführt. Es ging - und geht noch - darum, Möglichkeiten zu ermitteln, um die Wertschöpfung der Automobilzulieferer am Standort Wolfsburg zu erhöhen. Dazu fand am 29. März 2006 die Präsentation der Zwischenergebnisse in den Räumen der Wolfsburg AG statt. Wir werden das Projekt aber auch im laufenden Sommersemester 2006 fortsetzen. Die Zusammenarbeit mit den Kollegen der Wolfsburg AG gefiel mir so gut, dass ich mittlerweile seit dem 1. März 2006 dort mein letztes Praxissemester im Bereich der LieferantenAnsiedlung absolviere. In diesem Zusammenhang schreibe ich auch eine Diplomarbeit zum Schwerpunkt Thema "Möglichkeiten der Kooperationsförderung am Automobilzulieferstandort Wolfsburg". Für weitere Informationen zur Diplomarbeit habe ich eine Sonderseite eingerichtet.


Über weitere Neugikeiten werde ich Sie selbstverständlich hier auf dem laufenden halten.
Und hier noch einige schöne Seiten von Wolfsburg:

Wolfsburg - Das Schloss. Wolfsburg - Das Schloss. Wolfsburg - Das Schloss. Wolfsburg - Das Schloss.
Wolfsburg - Die Autostadt Wolfsburg - Das Kundencenter der Autostadt Wolfsburg - Das Kundencenter der Autostadt Wolfsburg - Sonnenuntergang hinter dem Kraftwerk.
Wolfsburg - Blick auf die Stadt Wolfsburg - Blick auf die Stadt Wolfsburg - Blick auf die Stadt Wolfsburg - Blick auf die Stadt


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