Ausbildung in Köln

Köln - Blick vom Dom.


Schon während des Zivildienstes in Schwerin begann ich - eigentlich fast zu spät, wie ich merkte - mir über meine Zukunft Gedanken zu machen.
Da mein großes Hobby noch immer das Automobil war, sollte es sich idealerweise auch im Arbeitsleben widerspiegeln und deshalb sah ich mich in der Autobranche um. Zunächst hatte ich die Berufsakademien von Mercedes-Benz oder BMW ins Auge gefasst, aber dafür war es schon zu spät. An ein Studium dachte ich noch nicht, da ich von dem Studium der Automobilwirtschaft noch nichts wusste, also bewarb ich mich bei Automobilherstellern und -importeuren in Deutschland um eine Ausbildung zum Automobilkaufmann.

Mein Wohnhaus in Köln Junkersdorf, am Stadtrand gelegen. Nach drei Absagen erhielt ich von Volvo Car Germany, dem deutschen Importeur der schwedischen Marke in Köln eine Zusage, am 1. August 1999 meine Ausbildung zu beginnen. Das war ein großer Schritt für mich, vom beschaulichen Schwerin in's quirlige Köln, die größte Herausforderung war aber zunächst das Finden einer preiswerten Wohnung. Erstaunlicherweise ging es doch unkomplizierter als gedacht:
Ich fuhr mit meinen Eltern an einem Samstag nach Köln, besichtigte drei Wohnungen und nahm die letzte: Eine kleine (25 mē) Wohnung in einem modernen anonymen Gebäude am Stadtrand von Köln in Junkersdorf gelegen, äußerst ruhig und doch einigermaßen gut erreichbar. Nur eines war sie nicht: preiswert. Aber es stellte sich heraus, dass die Miete mit zuletzt über 12,- EUR pro mē fast noch zu den günstigen Wohnungen in Köln gehörte.

Die Ausbildung selbst hat mir sehr gut gefallen. Da meine Kollegin Sonja und ich die beiden ersten "Auto-Azubis" waren, wollte man natürlich mit uns auch erst einmal Erfahrungen sammeln. Das hatte den Vorteil, dass wir aktiv unseren Ausbildungsverlauf mitgestalten konnten, so zum Beispiel besonders prüfungsrelevante Abteilungen vertieft oder die Zeit in anderen Abteilungen verkürzt wurde. Von Anfang an war das Betriebsklima sehr gut, das alte Sprichwort "Lehrjahre sind keine Herrenjahre" und damit verbundene "Sanktionen" habe ich nicht erlebt.
In den drei Jahren haben wir nahezu das ganze Unternehmen durchwandert. Zur Einstimmung - und um erst einmal das Haus kennen zu lernen - begannen wir in der Personalabteilung. Dann folgte der Vertrieb, wo ich ganze neun Monate verbrachte. Aber es ist ja auch eine der wichtigsten Abteilungen des Unternehmens. Hier lernte ich sehr viel über die Händlerstruktur, den Außendienst und Bonussysteme. Zum Schluss des ersten Jahres wechselte ich drei Monate in die EDV-Abteilung. In dieser Zeit fuhr ich auch eine Woche nach Saarbrücken, um das Call-Center für EDV-Probleme der Händler und die Problemlösung vor Ort kennen zu lernen.
Im zweiten Jahr ging es zunächst um Händlerprozesse, Gebrauchtwagenmanagement und Teile-Logistik, während in der zweiten Hälfte die Finanzen im Vordergrund standen: Betriebsberatung und Rechnungswesen standen auf dem Programm.
Zu Beginn des dritten und letzten Jahres lebten wir zunächst zwei Monate im "Exil" - was aber durchweg positiv gemeint ist. Die Abteilungen Technical Training und Technical Support standen auf dem Programm - und diese befinden sich in der Nähe von Frankfurt/Main. Für uns bedeutete das wöchentliches Pendeln und Hotelübernachtungen. Eine sehr angenehme Abwechslung, wie ich finde. Anschließend kümmerte ich mich um die Abwicklung von Garantie- und Kulanzanträgen und lernte dann in der Volvo Auto Bank jede Menge über Kfz-Finanzierung und Leasing. Gegen Ende der Ausbildung konnten wir dann noch bei einem Händler arbeiten und dadurch die andere Seite, sozusagen die "Front" kennenlernen.

Zwei Tage in der Woche verlangte natürlich auch die Berufsschule nach uns. Das "Joseph DuMont-Berufskolleg" in Köln-Bilderstöckchen war sehr modern, trotzdem brauchte ich einige Zeit, um mich einzugewöhnen. Die in den ersten Tagen gestellte Frage "Wie, du kommst wirklich aus dem Osten?" sagt wohl einiges. Aber die Vorurteile haben sich sehr schnell gelegt, letztendlich hatten wir einen guten Draht zueinander gefunden.

Wie es immer so ist, vergingen auch diese drei Jahre sehr schnell. Nach meiner Abschlussprüfung im Juli 2002 - die sehr positiv verlief - musste es irgendwie weitergehen. Arbeiten oder Studieren - das war die Frage. Obwohl es mir bei Volvo sehr gefallen hat und ich dort auch eine Stelle bekommen hätte, war ich der Meinung noch nicht genug zu wissen und wählte die zweite Alternative.

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